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Ludwigsburger Kreiszeitung vom 28. Juni 2016

Projekt „Gemeinsam ist cool“ an der Hochdorfer Grundschule zeigt Wirkung-Neuauflage im kommenden Schuljahr noch nicht gesichert Ludwigsburger Kreiszeitung vom 28. Juni 2016 Wirkung zeigt das Projekt „Gemeinsam ist cool“ an der Grundschule in Hochdorf. „Der Umgang der Kinder miteinander hat sich verbessert. In den Pausen gibt es weniger Streitereien“, hat Schulleiterin Kristin Kube-Kurz festgestellt.

Circa 80 Kinder, die in vier Klassen unterrichtet werden, besuchen die einzügige Grundschule. Viele von ihnen kennen sich bereits aus dem Kindergarten. Trotzdem oder gerade weil sie sich so gut kennen, kommt es immer wieder zu Mobbing, Gerangel und Streitigkeiten unter den Mädchen und Jungen. Nach dem Motto „Wehrt den Anfängen“ hat die Schulleiterin sich für das Projekt eingesetzt, das die Sozialkompetenz und Empathiefähigkeit der Grundschüler verbessern soll. Gemeinsam mit der benachbarten Jugendhilfe Hochdorf ist im März das Projekt „Gemeinsam ist cool“ Aus der Taufe gehoben worden. Die beiden Sozialpädagoginnen Julia Gschwind und Nicole Tüfek kommen alle zwei Wochen für jeweils zwei Stunden in die Klassen zwei und drei, um gemeinsam mit den Schülern das Miteinander im Klassenverband zu gestalten. „Wir finden es wichtig, dass jemand von außen dieses Projekt durchführt“, verwies Kristin Kube-Kurz auf den Bildungsauftrag, den die Lehrkräfte zu erfüllen haben. Zunehmen würden Erziehungsaufgaben aus den Elternhäusern an die Schulen übertragen. Ermöglicht wurde dieses Projekt, das auf di Dauer eines Schuljahres angelegt ist, durch die finanzielle Unterstützung von Förderern. Diese haben zusammen einen Betrag in Höhe von 7500 Euro aufgebracht. Gestern waren sie eingeladen, um sich über „Gemeinsam ist cool“ zu informieren. Das Geld ist nach Auffassung der Schulleiterin gut angelegt: „Das Projekt ist wichtig für die Kinder, die Schule und die Gesellschaft“, sagt sie gestern. Schließlich setzt sich das Problem an den weiterführenden Schulen fort, wenn nicht schon frühzeitig etwas unternommen werde. Ob es im nächsten Jahr eine neue Auflage des Projektes geben wird, steht allerdings noch in den Sternen. „Wir sind im Gespräch mit dem Fachbereich Bildung, Familie und Kultur“, sagt Kristin Kube-Kurz. Aufmerksam folgte die Leiterin des zuständigen Fachbereichs, Annette Messner, den Ausführungen. „Der Anfang ist gemacht“ lobt sie dieses Projekt, das auf Initiative der Schulleiterin zustande gekommen ist. „Ich bin ganz begeistert, dass dieses Projekt so schnell Früchte trägt“, zeigte sich Claudia Obele, Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Jugendhilfe Hochdorf, beeindruckt. Sie hob hervor, dass sich das Projekt auf die Kinder konzentriere. Wie das funktioniert, erläuterten Julia Gschwind und Nicole Tüfek. „Die Schulstunde beginnt mit einem gemeinsamen Spiel, dem Vorlesen einer Entspannungsgeschichte oder einer Massage“, so Julia Gschwind. Hätten die Kinder Anfangs nur sagen können, ob es ihnen gut oder schlecht gehe, seien sie jetzt in der Lage, ihre Gefühle zu beschrieben und was zum Beispiel Angst oder Wut bei ihnen auslöse. Gemeinsam werden Verhaltensregeln vereinbart, wie zum Beispiel anderen nicht ins Wort zu fallen, sondern sie ausreden zu lassen. Kommt es trotzdem zu einem Konflikt, gehen die beiden Kontrahenten über eine sogenannte Friedensbrücke. Dabei werden Fragen beantwortet wie: Was ist passiert, was erwartest du von deinem Gegenüber? Was vereinbaren wir? „Das sind zwei tolle Klassen“, so das Fazit von Sozialpädagogin Nicole Tüfek, die gemeinsam mit ihrer Kollegin mit den Kindern bis zum Endes des Schuljahres an weiteren Themen und an Strategien zu Bewältigung von Konflikten arbeiten will. (mb)

2017 06 28 Gemeinsam ist cool

(Von links): Lehrerin Ingeborg Leonhardt, Schulleiterin Kristin Kube-Kurz, Lehrerin Susanne Biesinger, Julia Gschwind (Jugendhilfe), Silke Krögel (Förderverein), Nicole Tüfek (Jugendhilfe), Andreas Stöger (Kreissparkasse), Armando Javier Mora Estrada(Allianz), Frank Böhrkircher, Evelyn Noll (beide Volksbank).

 

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